Die Zürcher Stadtmusikanten.
Onk Lou & Todd Flash

Mit dem ÖBB Nightjet einen musikalischen Trip nach Zürich machen und die Stadt erkunden? Klingt doch nach Spaß. Und den hatten wir auch. Am Wiener Hauptbahnhof haben wir uns kennengelernt und machten uns nach einem kurzen Austausch gemeinsam auf den Weg zum Zug.

Wir hatten unser eigenes Abteil, was für unsere Zwecke natürlich ideal war. Wir haben direkt im Abteil gejammt und Ideen ausgetauscht, um uns auf die bevorstehenden Straßengigs in Zürich vorzubereiten. Bevor wir zufrieden ins Bett gefallen sind, hatten wir schon eine kleine Set-List zusammengestellt.

 

In einem Zug ist genügend Platz für einen Gitarrenkoffer. Top!

Name
Onk Lou & Todd Flash
Thema
Musik
Motto
Musik verleiht eine ganz besondere Energie.

Als Musiker ist man zu 60% der Zeit zu 50% Musiker und zu 50% Spediteur. Jeden Tag verbringt man mehrere Stunden im Auto, um seine Instrumente, seine Kollegen und sich selber von Show zu Show zu bugsieren. Dabei erwirbt man schon mal ziemlich eigene Skills: Seien es erweiterte Kenntnisse in Sachen Nummerntafeln, die Begeisterung für Tankstellenkaffee oder die beste Position um auf einer siebenstündigen Fahrt am Beifahrersitz durchzuschlafen. So köstlich abenteuerlich sich das auch anhören mag, so erfrischend neu war die Erfahrung, einfach mal den Nachtzug von Wien nach Zürich zu nehmen, neue Leute kennen zu lernen und im Zug sogar noch die Zeit zu haben ein paar Songs einzustudieren. Und ich kann euch sagen: Das war nicht weniger abenteuerlich!

Am nächsten Morgen waren wir schon sehr zeitig in Zürich. Bei unserer Ankunft in Zürich hatte es frische 14°C und für den Nachmittag war Regen angesagt. Aber wir ließen uns von solch trüben Aussichten nicht entmutigen. Mal schnell einen Kaffee um ein Tagesgehalt getrunken und schon ging es ab mit uns auf die Straße. Ich habe schon in sehr vielen Städten Straßenmusik gemacht … manchmal empfängt die Stadt Straßenmusiker mit offenen Armen und manchmal wollen sie gar nichts damit zu tun haben und verschärfen die Gesetze dafür …

 

Das besondere am Tourleben sind die damit verbundenen Emotionen.

 

... was mir allerdings noch niemals passiert ist, ist, dass eine Stadt die Bestimmungen lockert, um mehr Leben in die Gassen der Innenstadt zu bringen. Das gab es bis jetzt nur in Zürich! Und besagte Lockerung war sogar so neu, dass die meisten Streifenpolizisten noch nichts davon wussten. Ich sag nur so viel: Polizisten in Sachen Straßenmusikverordnung unterrichten zu dürfen und dann dafür Recht zu bekommen ist mir auch noch nie passiert!

8 Gründe

warum die Zeit im Zug noch schneller vergeht als im Flug.

Am Nachmittag wurden wir unverhofft vom Regen überrascht und mussten umdisponieren. Den restlichen Tag haben wir damit verbracht, uns näher kennenzulernen und über Musik zu plaudern. Mit einer Gitarrentasche voll Kleingeld und einer Menge neuer Eindrücke machten wir uns abends also wieder auf den Weg zurück zum Bahnhof, um unseren Nachtzug zurück nach Wien zu erwischen. Der Trip war kurz, aber voller Erfahrungen, an die wir uns noch lange erinnern werden.

Fotocredits: Spießer & Spinner
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